Nach Minneapolis – Die Revolte der amerikanischen Proletarier ist ein Beispiel für die Proletarier aller Metropolen

Die Brutalität der Bullen von Minneapolis ist nicht Ausdruck des außergewöhnlichen Verhaltens angespannter, psychopathischer Polizisten, die außer Kontrolle sind …

Sie ist der „spontane“ Ausdruck des „institutionellen“ polizeilichen Repressionsapparates des bürgerlichen Staates:

Überwachen, bestrafen, niederschlagen und kontrollieren jedes „suspekten“ Verhaltens, das heute zumeist individuell stattfindet (die Verletzung des Privateigentums oder auch nur die Absicht, es zu verletzen, z.B. durch Warendiebstahl in den Geschäften), das aber das Potential hat, mit Macht und in kollektiver und gesellschaftlicher Perspektive auf die Tagesordnung zu treten (der Umsturz der Produktionsformen und die Abschaffung der privaten Aneignung des Reichtums, der durch die kollektive Arbeit der Lohnarbeiter_innen der gesamten Welt produziert wird).

Das wissen die Arbeiter_innen sehr gut, die jeden Tag um den Lohn kämpfen, für die Lebens- und Arbeitsbedingungen, gegen und außerhalb der festen Regeln durch das bürgerliche „Recht“, sowie es die Proletarier und die proletarisierten Massen in den Gebieten wissen, in denen die Kriege explodieren und wüten, dort wo imperialistische Ausbeutung ohne Erbarmen ausraubt und verwüstet.

Wir Kommunist_innen sind vollständig solidarisch mit den Proletariern, dem Subproletariat und all denen, die die Gewalt des bürgerlichen Staates nicht mehr ertragen können und die in diesen Stunden ihre Wut und ihre Empörung gegen die Symbole der polizeilichen Unterdrückung in den Stadtteilen zum Ausdruck bringen; und sicher sind wir weder erstaunt noch empört, wenn in der allgemeinen Konfusion die Warenlager, Kaufhäuser und Pfandhäuser geplündert werden, sehr konkrete Symbole der Diktatur des Geldes und der Waren über das menschliche Leben.

Wir wissen sehr gut, dass diese Revolten nur ein Symptom des revolutionären Potentials unserer Klasse sind und trotz ihrer Dauer und Intensität sind sie dazu verdammt, mit unserem Blut erstickt und absorbiert zu werden.

Aber diese Revolten (die von den Massenmedien, die Organe und Ausdruck der Bourgeoisie sind, auf „Proteste gegen den Rassismus und die Ungleichheit“ reduziert und dort, wo sie über die Protestformen der Beschwerde und des Jammerns der Armen sich zum Widerstand auswachsen, denunziert werden) müssen die Proletarier auf der ganzen Welt lehren und ihnen in Erinnerung rufen, dass es der Knoten der Macht ist, der aufgelöst werden muss: zu revoltieren, Polizeistationen anzuzünden, ist nicht ausreichend, sich die Waren der Kaufhäuser oder das Geld der Banken und Pfandhäuser zurückzuholen, reicht nicht.

Heute sind die amerikanischen Proletarier dazu gezwungen, kraftvoll auf die Übergriffe der Bullen zu antworten und sie tun gut darin, schlagkräftig auf die Aggressionen zu antworten, so wie sie gut daran tun, Schlag auf Schlag gegen die „für die weiße Vorherrschaft“ kämpfenden Lumpen vorzugehen. So zeigen sie in der Praxis der gemeinsamen Verteidigung, dass das Proletariat eine einzige Klasse ist: ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle!

Vor allem ist es aber notwendig zu verstehen, dass die Bullen und Faschisten nur Instrumente des wirklichen Feindes sind, des bürgerlichen, imperialistischen Staates – Feinde auch und vor allem, wenn sie sich als „demokratische“ Vermittler, Friedensstifter und großzügige Verteiler von Hilfsmitteln anbieten.

Die Revolte ist richtig, die Verteidigung notwendig: aber das reicht nicht. In die proletarischen Stadtteile muss das Bewusstsein und die Gewissheit wieder verbreitet werden, dass es nicht nur notwendig ist, gegen die Macht zu kämpfen, sondern die Macht zu ergreifen: um die Macht der Bourgeoisie niederzureißen und sie durch die alleinige Macht der Lohnarbeiter_innen zu ersetzen. Es reicht nicht, sich kraftvoll die Waren zu nehmen, die durch die Enteignung unserer Arbeit produziert werden: es ist notwendig, das System zu zerstören, das uns die Arbeit und die Existenz raubt und mit der kommunistischen Revolution jeden Aspekt des sozialen Lebens zu reorganisieren.

Das kämpfende Proletariat, das revoltierende Proletariat muss sich mit und in der kommunistischen Partei organisieren.

Internationale Kommunistische Partei, Mai 2020