Berlin
Die Themen unserer Veranstaltungen waren:
24.04.2025: Zeitenwende ohne Ende ? – Der logische Weg vom Neoliberalismus zur Kriegswirtschaft
26.06.2025: Imperialismus und Klassenkampf
25.09.2025: Imperialismus und Krieg – ist dies immer noch aktuell?!
27.11.2025: Widerstand gegen den Kriegskurs der Gewerkschaften! Aber wie?
10.01.2026: Gegen den weltweiten imperialistischen Krieg gibt es nur eine Alternative: Die weltweite proletarische Revolution!
29.01.2026: Venezuela: Das Scheitern des Chavismus und das Banditentum der imperialistischen Mächte
26.02.2026: Die iranische Entwicklung in der marxistischen Perspektive
26.03.2026: Das Kriegssystem muss zerschlagen werden!
1. Mai 2025
Wie auch in Italien haben wir im deutschsprachigen Raum unser Flugblatt „Die Proletarier haben kein Vaterland!“ verteilt.
Am 1. Mai in Berlin haben wir uns vormittags an der Gewerkschaftsdemonstration beteiligt (ca. 11.000 Demonstrierende). Wir haben zahlreiche Flyer verteilt, unsere Zeitung verkauft und einige interessante Diskussionen geführt. Auf der abendlichen „Revolutionären Demonstration“ (laut Veranstaltern ca. 30.000 Demonstrierende) haben wir ebenfalls Flyer verteilt und unsere Zeitung verkauft sowie mit einigen Demoteilnehmern diskutiert. Was positiv war ist die Tatsache, dass auf beiden Demonstrationen der Zusammenhang zwischen Krise, Krieg und sozialen Angriffen thematisiert wurde. Insbesondere die „Revolutionäre Demonstration“, die in den vergangenen Jahren oft von einer undifferenzierten Palästina-Solidarität geprägt war (Nationalismus, wenig Klassenbezug, isolierte Betrachtung des Nahost-Konflikts und mangelhafte Kapitalismuskritik), erschien dieses Jahr sehr kämpferisch und thematisierte die Aufrüstung, die Kriegsmilliarden, die sozialen Angriffe und die allgemeine Tendenz zu einem neuen weltweiten Konflikt. Dies bestätigt den wenn auch nach wie vor sehr schwachen Trend, dass sich allmählich ein Bewusstsein über das ganze Ausmaß der kapitalistischen Kriegsdynamik in der strukturellen Krise des Kapitals entwickelt und punktuell auch ein erster Widerstand dagegen.
3. Oktober 2025: „Nie wieder kriegstüchtig! Stehen wir auf für Frieden!“
Unter diesem Motto haben in Stuttgart 15.000 Menschen und in Berlin rund 20.000 demonstriert. Auf der Seite friedenskooperative.de heißt es. „Spätestens seit dem Regierungswechsel wird die soziale Schieflage bei der Verwendung von Steuergeldern immer deutlicher: Während angeblich kein Geld für marode Schulen, den öffentlichen Nahverkehr, das Gesundheitswesen, die Kultur sowie Klimaschutz und globale Entwicklung da ist, werden immer mehr Milliarden fürs Militär freigegeben. Viele Menschen scheinen auf ein Angebot, ihren Unmut auf die Straße zu tragen, gewartet zu haben.“ Auch wenn die Kriegskritik hier relativ diffus formuliert wird und der Generalangriff auf die Arbeiterklasse, mit dem die kapitalistische Krise und die Kriegskosten auf die Lohnabhängigen abgewälzt werden sollen, sowie der notwendige Widerstand dagegen (z.B. Blockaden und Streiks, um die kapitalistische Wirtschaft zu lähmen und die Profitproduktion zu unterbrechen) bis hin zur Notwendigkeit einer klaren antikapitalistischen Perspektive von der Friedensbewegung nicht begriffen wird, zeigt dies, dass die „Kriegsfrage“ zu einem der zentralen Themen in der öffentlichen Wahrnehmung geworden ist. Wir haben uns an der Demonstration in Berlin beteiligt und unser Flugblatt „Kriegswirtschaft und Krieg – der letzte Rettungsanker des Kapitalismus“ verteilt sowie einzelne Zeitungen verkauft.
Wehrpflicht, Kriegstreiberei und Jugendproteste
Mit der Wiedereinführung einer Erfassung aller kriegstauglichen Männer, der Diskussion um die Wiedereinführung der Wehrpflicht, den höchsten Militärausgaben seit der Zeit des Nationalsozialismus und der immer größeren Kriegshysterie seitens nahezu aller bürgerlichen Kräfte und der Umstellung der Wirtschaft auf Kriegsökonomie fand in den letzten Monaten eine Politisierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen anhand der Kriegsfrage statt. Dies artikulierte sich sowohl in der Teilnahme an verschiedenen Demonstrationen gegen die aktuellen Kriege und Konflikte vor allem im Nahen Osten und der Ukraine, an denen auch Deutschland massiv beteiligt ist. Darüber hinaus gab es in der Zwischenzeit bundesweit mehrere sogenannte Schulstreiks mit Schülerdemonstrationen. So fand unter anderem am 5. Dezember 2025 in Berlin ein Schulstreik mit anschließender Demonstration am Oranienplatz statt. Am 5. März 2026 gab es eine Demonstration gegen die Wehrpflicht. Wir haben ein extra für diese Demonstration geschriebenes Flugblatt verteilt.
10./11. Januar 2026: Luxemburg Konferenz und Demo
Auf der alljährlichen Rosa Luxemburg Konferenz der Tageszeitung Junge Welt am 10. Januar 2026, die angesichts der Renaissance der neuen (stalinistischen) K-Gruppen in diesem Jahr beachtlich viele neu politisierte junge Leute angezogen hat, waren wir mit einem eigenen Stand als Zeitschrift „Kommunistisches Programm“ vertreten. Es gab interessante Diskussionen und wir stießen auch dort (wie bei unseren letzten offenen Treffen) auf junge Leute, die die (italienische) kommunistische Linke schon kannten. Neben unserer jahrelangen Arbeit scheint v.a. die leider etwas diffuse Präsenz der „italienischen kommunistischen Linken“ im Internet dazu zu führen, dass unsere theoretischen Positionen heute schon eine größere Reichweite haben, als unsere reale Organisation.
Auf der am nächsten Tag folgenden Liebknecht-Luxemburg-Lenin-Demonstration trafen wir dann in eisiger Kälte auf das geschlossen aufmarschierte ganz reale stalinistisch-maoistisch-realsozialistische Spektrum und versuchten mühselig unsere Flugblätter zu verteilen.
Zürich
In Zürich haben wir aktiv im Kreis der „revolutionären Klärung“ mitgearbeitet und dort unsere grundlegenden Texte zur Parteifrage (die „Thesen von Lyon“ von 1926, unsere Thesen zur historischen Aufgabe, Aktion und Struktur der Weltpartei von 1965 und den Artikel „Auf dem Weg zur starken und kompakten Partei von Morgen“ von 1978) mit positivem Ergebnis zur Diskussion gestellt. Auf der gewerkschaftlichen 1.Mai-Demo und dem Mai-Fest haben wir nicht nur unser Flugblatt zum 1.Mai verteilt, sondern auch eine Einladung der „revolutionären Klärung“ zu einer Diskussionsveranstaltung am 8.Mai 2025 im Volkshaus: „Die Zeit des Antiimperialismus ist vorbei - Es ist Zeit für den globalen proletarischen Klassenkampf“. Die von ca. 40 Personen besuchte Veranstaltung brachte trotz des konfliktreichen Themas (in Zürich ist der Antiimperialismus in der linken Szene besonders durch den „Revolutionären Aufbau“ stark vertreten) eine gute Diskussion, auf der unsere Parteiposition über das weltweite Ende der bürgerlich-revolutionären Phase als Ausgangspunkt diente. Mitte August fand in Zürich ein ebenfalls von diesem Kreis organisiertes Treffen gewerkschaftlicher Aktivisten statt, in denen vor dem Hintergrund konkreter lokaler Kampf- und Vernetzungserfahrungen unsere grundlegenden Positionen zur Gewerkschaftsfrage diskutiert wurden. Im Rahmen dieser halböffentlichen Veranstaltung hielt ein italienischer Genossen (mit zeitnaher Übersetzung ins Deutsche) ein Referat zum Thema „Partei und gewerkschaftliches Engagement“ – das das Interesse von etwa zwanzig Teilnehmern weckte. Die halböffentliche Veranstaltung (die von den jungen Sympathisanten, die seit langem in einer heterogenen spontanen Bewegung von Arbeitern und Gewerkschaftsaktivisten aktiv sind, als Ausdruck der Internationalen Kommunistischen Partei beworben wurde) bekräftigte die Notwendigkeit des Kampfes zur wirtschaftlichen und sozialen Verteidigung als Voraussetzung dafür, dass sich das Proletariat unter der Führung der kommunistischen Partei auf die revolutionäre Perspektive der Machtergreifung und der Ausübung seiner Diktatur ausrichten kann. Es wurde auch klargestellt, dass die Aufgabe der Kommunisten vor allem organisatorischer Natur ist: im Rahmen unserer Kräfte innerhalb und außerhalb der regimekonformen Gewerkschaften sowie in allen Organisationen zu arbeiten, die die Klasse zu ihrer Verteidigung gegen die Angriffe des Kapitals zu bilden versucht.
Unsererseits haben wir bekräftigt, dass die territorialen Organe des proletarischen Kampfes, deren Wiederaufleben wir erhoffen, nichts anderes sein können als die dialektische und konkrete Begegnung zwischen der spontanen Kampfbereitschaft der Klasse – die durch die unhaltbaren Bedingungen, die die kapitalistische Produktionsweise selbst geschaffen hat, zum Kampf gezwungen ist – und der Beteiligung der Partei an ihren Kämpfen. Es geht nicht darum, der Klasse durch Aufklärung, Studienkurse oder Seminare „etwas klarzumachen“, sondern darum, den Klassenkampf zu organisieren, Erfahrungen zu festigen, ihn zu vereinen und die ständigen Spaltungen zu überwinden.
Am darauffolgenden Tag fand eine interne Arbeitssitzung mit Aktivisten und Sympathisanten statt, die darauf abzielte, den Sinn und die Notwendigkeit der parteiförmigen Arbeit zu verdeutlichen. Bei dieser Versammlung ging man von einem politischen Bericht aus, der als Grundlage für die zukünftige Arbeit dienen wird, mit der Perspektive einer Parteisektion in Zürich. Neben der Bekräftigung, dass vom einzelnen Sympathisanten wie vom Militanten keine vollständige Kenntnis und Beherrschung des Parteivermögens verlangt wird, sondern die Akzeptanz und Verteidigung des unveränderlichen Kerns aus Doktrin, Prinzipien, Zielen, Programm, Taktik und Organisation, haben wir daran erinnert, dass für uns der Parteibeitritt niemals „gruppiert“, sondern individuell ist, als Folge einer immer stärkeren Einbindung in eine laufende und kollektive Arbeit. Die Militanz ist nichts rein Rationales, denn entscheidend sind die Triebkräfte der Leidenschaft und der Begeisterung.
Weitere Fragen von Sympathisanten betrafen die Weiterentwicklung der Analyse des Kapitalismus, den Kampf gegen den Opportunismus unter Vermeidung der Gefahr, sich in eine Sekte zu verwandeln, die Stärkung der Partei in einer Situation, die nach wie vor von tiefer Konterrevolution geprägt ist, das Verhältnis zwischen der „historischen Partei“ und der „formellen Partei“ (im Sinne von Marx) und folglich die Auswirkungen auf organisatorischer Ebene – alles Fragen, die wir beantwortet haben, wobei wir erneut betonten, dass die kollektive Parteiarbeit dennoch die beste Antwort ist.
Der theoretische und praktische Prozess der „revolutionären Klärung“, der in Zürich vor drei Jahren begonnen hatte, führte im Januar diesen Jahres zur Formierung der Sektion Deutschschweiz der IKP.
Paris
Am 3. Mai fand in der Bourse de Travail in der Rue du Château d’Eau eine Versammlung statt, die von mehreren Organisationen einberufen wurde, die sich für die Belange der eingewanderten Arbeiter einsetzen: Die Versammlung begann unter dem Eindruck der Ermordung eines afrikanischen Aktivisten ohne Papiere, die sich eine Woche zuvor in einer Moschee ereignet hatte; zu seinem Gedenken wurde ein Text mit dem Titel verfasst: „Nous sommes tous Aboubacar!“. Dies führt uns in das allgemeine Thema und die Atmosphäre der Versammlung ein: Antifaschismus und Antirassismus, miteinander verbunden und natürlich demokratisch. Wir haben die Frage aus einer elementaren klassenpolitischen Perspektive neu beleuchtet und damit das lächelnde Erstaunen der Teilnehmer hervorgerufen (die übrigens zeigten, dass sie dieses seltsame und exotische Wort „Proletarier“ zum ersten Mal hörten!). Wir haben, auch im Zusammenhang mit einem aktuellen Ereignis, das allen Anwesenden bekannt war, an die doppelte Natur der demokratischen Bourgeoisie erinnert, die niemals zögert, sich „im Bedarfsfall“ mit dem Faschismus abzuwechseln oder zu vermischen: gepanzerte Demokratie!
Letztes Beispiel: Am 18. März im Morgengrauen fand unter massiver Polizeigewalt (tausend Polizisten im Einsatz, zahlreiche Verletzte, usw.) die Räumung der Besetzer des Theaters Gaîté Lirique, zusammen mit „solidarischen“ und auch bloßen Anwesenden Menschen statt: Die Bourgeoisie und ihr Staat konnten es nicht ertragen, dass diese erfolgreiche Besetzung allen Proletariern ein bemerkenswertes Beispiel und eine Ermutigung bot (anscheinend hat man sogar in den Vereinigten Staaten darüber gesprochen!). Wir befinden uns in einem Klassenkampf, denn die Proletarier („Obdachlose“, „Rechtlose“, „Heimatlose“...) haben zumindest die Zahl und den Mut auf ihrer Seite, und so haben sie, auch zuletzt, gezeigt, dass sie versuchen, sich zu organisieren, wenn auch vorerst vor allem auf lokaler Ebene: die Möglichkeit, unter Klassenbrüdern zu leben, um die Möglichkeit zu erlangen, als Menschen zu leben… Man muss vielleicht hinzufügen, dass die Repression, indem sie die Ausgewiesenen in alle Ecken des Landes schickt, unwissentlich ihre eigenen „Totengräber“ schafft: Heute erlebt die Provinz tatsächlich diese Kämpfe, und auch in kleinen Städten entstehen Komitees, die sich um aktive Solidarität kümmern, und neue prekäre Unterkünfte (tausend Turnhallen) wurden erobert...
Es gelang uns, unsere Flugblätter zu verteilen und mehrmals das Wort zu ergreifen. Ohne die Notwendigkeit zu leugnen, gegen die offenen Feinde zu kämpfen (die Versammlung war dem Thema „Rassismus und Faschismus“ gewidmet), haben wir darauf bestanden, auch die versteckten Feinde und die falschen Freunde anzuprangern, unter anderem die Demokratie, ohne dabei die sogenannten „linken“ Parteien und Gewerkschaftsführungen zu vergessen. Der klassenorientierte Ansatz unserer Aktionsvorschläge besteht (mangels der Möglichkeit, Fabrikstreiks auszurufen) darin, die bestehende Bewegung zu stärken und auszuweiten, unter anderem durch Besuche in den Foyers der eingewanderten Arbeiter, um von ihnen aktive Solidarität mit den „obdachlosen“ und „papierlosen“ Proletariern zu erlangen: Proletarier, die noch stärker unterdrückt werden als sie selbst. In den 1970er Jahren war der lange „Mietstreik“ der Sonacotra-Foyers (an dem unsere Partei auch mit leitenden und organisatorischen Funktionen beteiligt war) bemerkenswert: Im vergangenen Jahr, ohne noch ein solches Ergebnis anstreben zu können, konnten wir die Möglichkeit erkennen, zumindest einen Anfang von Sympathie und Verständnis bei den „Mietern“ der Foyers zu schaffen, die anfangs nicht die geringste Vorstellung von der Situation der „Obdachlosen“ hatten.
Abgesehen von diesen „unmittelbaren“ Interventionen bestand der Großteil unserer Äußerungen in der Anprangerung des Nationalismus und der materiellen, diplomatischen und ideologischen Vorbereitung des Dritten Weltkriegs, der durch keinen Pazifismus aufgehalten werden kann, sondern nur durch die Revolution, wie das Beispiel der Bolschewiki der guten alten Zeit gezeigt hat. Auch wenn wir die Einzigen waren, die in diesem Sinne sprachen, passten unsere Worte genau zu bestimmten aktuellen Sorgen der Anwesenden und knüpften an den jüngsten Nationalfeiertag vom 14. Juli an, als sie die Gelegenheit genutzt hatten, am Rande des offiziellen Umzugs eine „internationalistische Parade“ zu organisieren, bei der die Teilnehmer als „senegalesische Schützen“ verkleidet waren, um an die bewaffnete Unterdrückung jener zu erinnern, die geglaubt hatten, sich die Dankbarkeit Frankreichs verdient zu haben, indem sie an vorderster Front kämpften.
In diesem Jahr wird es wieder eine ähnliche Parade geben. Wir hingegen nutzten das antifaschistische Umfeld der Versammlung, um ein weiteres bedeutendes Massaker des demokratischen Frankreichs anzuprangern: das von Sétif am 8. Mai 1945, das alle Anwesenden offenbar ignorierten oder vergessen hatten. Die Tatsache, dass wir die Einzigen waren, die darüber sprachen, ermöglichte es uns, am Rande der Versammlung den herzlichen Dank eines Algeriers entgegenzunehmen, der nicht vergessen hat… Es wird also gut sein, am kommenden 14. Juli unsere Stimme zu erheben, antimilitaristisch, weil antikapitalistisch und antidemokratisch.
Rom
„Una piazza per la pace“
Am 15. März 2025 nahm die römische Sektion anlässlich der von den politischen und gewerkschaftlichen Kräften des Regimes organisierten Demonstration an der Gegendemonstration „Una piazza per la pace“ teil, die von Potere al Popolo und Rifondazione Comunista organisiert wurde und auf der Piazza Barberini ihren Höhepunkt fand. Anwesend waren verschiedene Gruppierungen aus Politik und Gewerkschaften: PaP, RC, Fronte comunista, Rete dei comunisti, Risorgimento socialista, Sinistra anticapitalista, PCI, OSA, CARC, Komitee der migrantischen und italienischen Arbeiterinnen, BDS, Ecoresistenze, Beobachtungsstelle gegen Militarisierung, Solidaritätskomitee mit Palästina, USB, CUB, Area alternativa in CGIL… begleitet vom unvermeidlichen Wehen von Regenbogen- und palästinensischen Fahnen. Bei dieser Gelegenheit verteilten die Genossen das zentral für diesen Anlass vorbereitete Flugblatt und die neueste Ausgabe von „Il programma comunista“. Von der Piazza Barberini aus startete dann ein Demonstrationszug, angeführt vom PaP-Transparent „Kein Euro für euren Krieg“, bis nach Santa Maria Maggiore, wo sich die Kundgebung auflöste. Teilnehmerzahl: 10.000 Menschen laut den Organisatoren, etwa 5.000 nach unserer Schätzung. Entlang der Strecke durfte das übliche Ritual des Verbrennens der EU-Flaggen nicht fehlen. Insgesamt war es eine recht heterogene Demonstration, die jedoch durch die Unfähigkeit vereint war, in den jüngsten, scheinbar so unvorhersehbaren Ereignissen die Kontinuität jenes roten Fadens zu erkennen, der die Normalität der kapitalistischen Ausbeutung mit der „Ausnahme“ des Krieges verbindet. In unserem Leitartikel der Ausgabe Nr. 2 titelten wir: „Die ‘neue Weltordnung’ ist die Unordnung des Kapitalismus in der Krise“, eines Kapitalismus, der sich auf den Krieg vorbereitet, auf ein neues „Jungbrunnenbad“! Wir sagen es seit jeher und mit Nachdruck: Nur die Machteroberung durch das revolutionäre Proletariat kann die Glieder dieser höllischen Kette sprengen.
Zur gleichen Zeit fand auf der Piazza del Popolo die interventionistische Kundgebung der pro-europäischen Kriegstreiber zur Unterstützung des 800-Milliarden-Euro-Projekts zur europäischen Wiederaufrüstung statt. Mit fadenscheinigen und erbärmlichen Unterscheidungen nahmen bürgerliche Intellektuelle mit Helm teil, andere mit Pruderie und Berufung zum „guten Tod“ (natürlich den der anderen!), Journalisten… ups!, Schreiberlinge der schlimmsten Sorte, verblendete Föderalisten und natürlich Pazifisten, die ihre Maske fallen lassen und ihr wahres Gesicht zeigen. Aber hatten wir diesen schändlichen Verrat nicht schon einmal gesehen? Das mehr oder weniger getarnte Ziel ist immer dasselbe: ideologische Vorbereitung auf den Krieg, auf die Konsensbildung, auf die unvermeidlichen Maßnahmen zur Eindämmung und Unterdrückung der proletarischen Kämpfe.
Damit auch ja nichts fehlt, fand am selben Tag auf der Piazza Bocca della Verità die von Italia Sovrana e Popolare organisierte Kundgebung statt: Nationalisten, Souveränisten und Rot-Braune gaben ihr „Bestes“, schwatzten von „nationaler Souveränität“ und „Volksmacht“… und stärkten die Anwesenden mit massiven Dosen der Hymne von Mameli! Wir werden keine weiteren Worte verschwenden…
1. Mai 2025
Am 1. Mai 2025 nahm die Sektion dann an der Demonstration teil (organisiert von S.I.Cobas, zusammen mit anderen Gruppierungen des politischen Widerstands und einigen Mitgliedern von Che Fare?, der Arbeiter-KP...), gegen „Ausbeutung, Prekarität, Aufrüstung, Teuerung“ und für die stets unverzichtbare Parole „Freies Palästina!“. Unter den rund 300 Teilnehmern haben wir in einer guten politischen Atmosphäre sowohl unser 1.Mai-Flugblatt als auch die Zeitung verteilt und dabei Kontakte zu Sympathisanten wieder aufgenommen, die wir seit langem aus den Augen verloren hatten.
Palästina-Demonstration am 29. November 2025
Am Samstag, dem 29. November 2025, fand in Rom die nationale Demonstration für Palästina statt. Sie wurde von den Basisgewerkschaften nach dem Streik am Vortag gegen die Sparmaßnahmen der Regierung organisiert. Auf der Straße waren praktisch alle Gruppierungen der radikalen Linken vertreten. Gerade deshalb war die Teilnehmerzahl von sicherlich über 50.000 um so beeindruckender. Die Dinge kommen langsam in Bewegung, auch wenn, wie wir wissen, viele der von ihnen verwendeten Parolen und Slogans nicht im Einklang mit den Positionen stehen, die den authentischen revolutionären Marxismus auszeichnen. Sie stehen vielmehr im Einklang mit Elementen des parteiischen Nationalismus, des Immediatismus, des Demokratismus … Aus all diesen Gründen wollten wir dieses Mal unsere Präsenz mit einem Transparent bekunden, auf dem stand: „Weder Krieg noch Frieden des Kapitals – Internationaler Klassenkampf”. Das fand in den Kreisen, in denen wir besser bekannt sind, guten Anklang. Die römische Sektion war vollzählig, unterstützt von einigen Sympathisanten, die bereitwillig die immer noch aktuellen Flugblätter verteilten, die bei der Aktion im letzten Monat verwendet wurden, sowie die neueste Ausgabe der Zeitung.
„No Kings. Gegen Kriege und Aufrüstung“
Am Samstag, dem 28. März 2026, zogen mindestens 30.000 Demonstranten durch die Straßen Roms und erreichten fast die Tangenziale Est. Eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass von den über 700 Organisationen, die sich angeschlossen hatten, nur wenige dem institutionellen Bereich angehörten, während der Rest aus der vielfältigen Welt des sozialen und politischen Widerstands stammte: ADL, Attac, BDS Italia, Kammern der Selbstständigen und Prekären, CARC, CLAP, CGIL, FLC und FIOM, Cobas, Anarchistischer Kreis Ponte della Ghisolfa und Cospito, Nationale Koordinierungsstelle „Nein zur NATO“, Emergecy, Front der kommunistischen Jugend, Insorgiamo, Leoncavallo, Bewegung für das Recht auf Wohnen, Non una di meno, Revolutionäre Kommunistische Partei, Pro Palestina, Rifondazione comunista, Sozialforum Abitare, Arci, Askatasuna und so weiter und so fort...
Wenn die massive Beteiligung eine Stärke dieser „Bewegung“ darstellt, so ist die extreme Heterogenität der beteiligten Kräfte im Gegensatz dazu ihre Grenze. Es reicht nicht aus, um ein Flugblatt von Lotta comunista zu zitieren, das im Umlauf war, „die Einheit aller Ausgebeuteten gegen die Ausbeuter“ und einen allgemeinen Appell an den Internationalismus zu unterstützen. Es bedarf eines präzisen kommunistischen Programms, wie wir es seit jeher fordern.
Unsere Sektion hat inmitten von Anarchisten, Frontisten, Sozialzentren, CARC, proPalestina usw. unsere Zeitung und ein Plakat mit einer satirischen Karikatur ausgestellt und verteilt, was sehr geschätzt wurde.
Cagliari
Bei allen Gelegenheiten, die sich bieten (Demonstrationen gegen das Sicherheitsdekret, am 25. April, am 1. Mai, zu Umweltfragen oder gegen Militärübungen), haben wir die Verbreitung unserer Presse fortgesetzt, obwohl sich der Klassenkampf noch in einem embryonalen Stadium befindet und die Spannungen sehr gering sind. Derzeit sind die Perspektiven des Kampfes klassenübergreifender und „volksnaher“ Natur: Insbesondere auf Sardinien manifestieren sich diese Probleme als Widerstand gegen das Geschäft der multinationalen Konzerne mit falschem Umweltschutz, gegen Militärübungen und gegen die Präsenz von NATO-Stützpunkten. So fand beispielsweise auch in diesem Jahr Anfang Mai in Sardinien die Militärübung „Mare aperto 2025“ statt, die wichtigste Ausbildungsmaßnahme der italienischen Marine, bei der auch der Flugzeugträger Cavour und der amphibische Angriffsflugzeugträger Trieste zum Einsatz kamen; außerdem fanden kürzlich Straßenkundgebungen „zur Verteidigung von Demokratie und Frieden“ statt, als Widerstand gegen das gerade verabschiedete Sicherheitsdekret und gegen die Aufrüstung Europas. Es handelt sich eindeutig um kleinbürgerliche Bewegungen und Demonstrationen, die durch starken Demokratismus, Lokalismus, Pazifismus und Reformismus gekennzeichnet sind. Wir greifen mit Flugblättern und der Zeitung ein, bringen unsere Positionen ein und suchen vor allem junge Menschen, die offen für revolutionäre Antworten sind, Elemente, die den Organisationen und den herrschenden kleinbürgerlichen Parteien fremd sind, die aber auf die Straße gehen, weil es keine anderen Möglichkeiten zum Kampf gibt. Wie wir in den vorangegangenen Ausgaben der Zeitung berichtet haben, haben wir kürzlich auch das Wort ergriffen. Dies hat, wie wir erwartet hatten, eine Reaktion der Organisationen und des kleinbürgerlichen Publikums ausgelöst. Die Demokraten, die sich fünf Minuten zuvor in ihren Reden als Verteidiger des freien Denkens gegen die faschistische Zensur und als Befürworter der „konstruktiven Auseinandersetzung unterschiedlicher Meinungen“ aufspielten, tun alles, um uns zu stören, zu unterbrechen und am Reden zu hindern, sobald sie von Revolution und davon hören, „den imperialistischen Krieg in einen Bürgerkrieg zu verwandeln“. Die Stalinisten und Poststalinisten jeder Generation sind am erbittertsten in ihrer Feindseligkeit gegenüber revolutionären Stimmen: Allein die Andeutung der Diktatur des Proletariats löst bei ihnen die offenkundigste Verteidigung der bürgerlich-demokratischen Diktatur aus. Die elementare und grundlegende Parole „Die Proletarier haben keine Heimat“ löst bei ihnen eine heftige Reaktion aus, die den ganzen Nationalismus zum Vorschein bringt, der sich hinter „Europa der Völker“, „Verteidigung der Verfassung“, „Freies Sardinien“, „Zwei Völker, zwei Staaten“ versteckt… All das schreckt uns nicht: Die Eroberung des Einflusses auf das Proletariat und auf die proletarisierten sowie in der Proletarisierung begriffenen Mittelschichten muss unweigerlich über den Kampf gegen den Opportunismus aller Art führen. Es ist notwendig, die falschen, kämpferischen Worte zu entlarven und aufzuzeigen, dass sie in Wirklichkeit nur den Kapitalismus verschönern wollen, um… ihn zu erhalten.
Eine ähnliche Situation haben wir erneut in den Arbeiterversammlungen erlebt: In Wirklichkeit handelt es sich um Versammlungen, die von den Gewerkschaftsverbänden gesteuert werden, die per Videokonferenz stattfinden und in denen die Arbeiter selten zu Wort kommen. Bei der geringsten Kritik an der Praxis der Gewerkschaftsverbände zeigen sich die Gewerkschafter der „Triplice“ als die wildesten Handlanger zur Verteidigung des Unternehmens und drohen den Arbeitern und unseren Genossen, die den Mut haben, sie anzugreifen, mit Disziplinarmaßnahmen und der daraus folgenden Entlassung.
Trotz der Bemühungen des Opportunismus, uns zum Schweigen zu bringen, fanden unsere Flugblätter und unsere Zeitung weite Verbreitung, vor allem unter den Jugendlichen. Da es keinen offenen Klassenkampf gibt, können wir mit ihnen natürlich nur den roten Faden wieder aufnehmen und die Lehren aus den Erfahrungen des gesamten vergangenen Klassenkampfs bekräftigen.
Benevento
Im September nahm die Sektion mehrfach an „Pro Pal“-Initiativen teil. Bei der ersten Aktion, die auf einer Fußgängerbrücke zur Unterstützung der Sumud-Flottille stattfand, verteilten wir einige Zeitungen und ein Flugblatt des Komitees für den Kampf für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen, da die Aktion mit anderen internationalistischen Genossen koordiniert war, die diesem Komitee angehören. Anschließend beteiligten wir uns an der anschließenden Debatte und bekräftigten, dass der wahre Feind der Kapitalismus ist, der Massaker an der Arbeiterklasse verübt, um auf seine eigene Krise der Überproduktion von Waren und Kapital (und Menschen!) zu reagieren. Danach nahmen wir an einer Versammlung teil, die von verschiedenen Aktivisten der Flottille einberufen wurde, um weitere Initiativen zu besprechen und die Vorbereitung einer Konferenz zur Lage nicht nur in Palästina, sondern auch in anderen Teilen der Welt anzukündigen. Am 22.9., dem Tag des von der Basisgewerkschaftsbewegung ausgerufenen Generalstreiks, verteilten wir im Rahmen der Demonstration, an der mindestens 1500 Menschen, vor allem Studenten, teilnahmen, 200 Exemplare des Parteiflugblatts mit dem Titel „Gegen die imperialistischen Kriege, immer und unter allen Umständen revolutionärer Defätismus“ sowie einige Exemplare der Zeitung und knüpften dabei Kontakte für zukünftige Zusammenarbeit.