Die Versammlung, die am 17. und 18. August in Zürich mit Genossen stattfand, die in Deutschland und der Schweiz in den kämpferischen Bewegungen zur wirtschaftlichen Verteidigung aktiv sind, bot Gelegenheit, unseren Standpunkt zum Thema „Partei und gewerkschaftliche Intervention“ zu bekräftigen. Das Thema wurde nicht in abstrakter, rhetorischer Form behandelt, sondern im Lichte der mehr als 70-jährigen Erfahrung unserer Arbeit im Proletariat. Nachfolgend geben wir eine Zusammenfassung wieder.
Zunächst müssen zwei Punkte berücksichtigt werden. Der erste betrifft die Notwendigkeit des wirtschaftlichen und sozialen Verteidigungskampfes (sozial im weitesten Sinne: darauf werden wir noch zurückkommen) als Voraussetzung dafür, dass sich das Proletariat unter der Führung der kommunistischen Partei und ihrer in der Gewerkschaftsarbeit engagierten Mitglieder auf die revolutionäre Perspektive der Machtergreifung und der Ausübung seiner Diktatur ausrichten kann. Ein Proletariat, das diesen regelrechten Überlebenskampf nicht führen kann, wird es auch nicht schaffen, unter der Führung der revolutionären Partei jenen Sprung zu vollziehen, der es vom Kampf innerhalb zum Kampf gegen die kapitalistische Produktionsweise, die es unterdrückt, führen wird. In diesem Sinne haben wir, die Kommunistische Linke, den Kampf zur wirtschaftlichen und sozialen Verteidigung stets als wertvolles und notwendiges Training auf praktischer und organisatorischer Ebene im Hinblick auf dieses Ziel definiert. Auf diesem langen, schwierigen, holprigen und nicht linearen Weg, stets unter der Führung der Partei, können sich die proletarischen Avantgarden herausbilden, die in der Lage sind, sich selbst und ihre Arbeitskameraden über die unvermeidlichen, rein forderungsorientierten Grenzen hinauszutreiben, die im Übrigen objektiv sind (Lohn, Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen und, im weiteren Sinne, Wohnen, Tarife, Ungleichheiten aller Art innerhalb der Klasse, Unterdrückung durch die Bosse, den Staat usw.). Der Kampf zur wirtschaftlichen und sozialen Verteidigung hat somit eine besonders verbindende Funktion für die Klasse an sich auf ihrem Weg zur Klasse für sich; und er ermöglicht es zudem, den Einfluss der Partei in der Klasse auszuweiten und im Kampf neue Mitglieder heranzubilden.
Der zweite Punkt betrifft unmittelbar die Partei und ihre Arbeit an der Seite und innerhalb unserer Klasse – die wir als „gewerkschaftliche“ Arbeit bezeichnen (wiederum im weitesten Sinne). Diese Arbeit ist nicht der Kern unseres Parteihandelns, das politisches Handeln und Vorbereitung auf die Revolution ist: Aber gleichzeitig ist diese Arbeit eine lebenswichtige Notwendigkeit für eine Partei, die sich nicht auf eine Sekte von „Erleuchteten“ reduzieren will, die damit beschäftigt sind, andere zu „erleuchten“. Daraus leiten sich auch Sinn und Richtung unserer Arbeit ab, nämlich die Proletarier zu organisieren und zu führen dort, wo sie sind: innerhalb und außerhalb der Fabrik, innerhalb und außerhalb des Arbeitsplatzes, innerhalb und außerhalb der Regime-Gewerkschaften (Gewerkschaften, die für uns mittlerweile unwiderruflich in die bürgerlichen Staatsstrukturen integriert sind). Drinnen und draußen, und auf jeden Fall immer gegen die Ausrichtung, die Praxis und die Funktion der Regime-Gewerkschaften. Unsere Präsenz innerhalb dieser Gewerkschaften (solange dies möglich ist, solange wir unsere Organisations- und Führungsarbeit leisten können) ist daher eine Konfrontation und keine Annäherung, ein Antagonismus und keine Unterwerfung unter die offiziellen gewerkschaftlichen Regeln und Praktiken, und sie entwickelt sich um klare Parolen, Anweisungen und Kampfmethoden zur Anwendung, und nicht einfach (und allzu oft demagogisch) nur um Proklamierungen. Und immer in Verbindung dieser Dynamiken der Konfrontation und des Kampfes am Arbeitsplatz mit den sozialen Widersprüchen, die sich von Mal zu Mal außerhalb des Arbeitsplatzes äußern: ohne uns jemals darin zu verschließen und zu isolieren (wir sind keine Operaisten, wir sind keine „Fabrikisten“). Aus unserer Broschüre „Klassenpartei und Gewerkschaftsfrage“:
„Aus denselben prinzipiellen Gründen besteht ein wesentlicher Teil dieser Aufgabe darin, dass die Partei mittels ihrer Gruppen am Organisationsleben aller ökonomischen Assoziationsformen des Proletariats teilnimmt, die den Arbeitern – und zwar nur den Arbeitern – jeder politischen Gesinnung offen stehen und die gemäß dem ‘Kommunistischen Manifest’ und allen marxistischen Texten – ein zwangsläufiges Produkt der elementaren Kämpfe darstellen. Grundlegende Positionen der Partei sind:
Die Arbeitergewerkschaft, wie jede andere, auch nicht ausschließlich ökonomische, unmittelbare OrganisationsFORM, ist nie VON SICH AUS revolutionär, sondern hat im Gegenteil gerade wegen ihrer Unmittelbarkeit und dem Vorhandensein von Alltagsinteressen, die bei verschiedenen Arbeitergruppen nicht miteinander übereinstimmen, die Tendenz, sich im beschränkten und korporativen Horizont einer minimalistischen und reformistischen Aktion einzuschließen; sie kann jedoch ein lebensnotwendiges Instrument der Revolution und, davor, der revolutionären Vorbereitung des Proletariats werden, in dem Maße, in dem die Partei in ihrem Inneren, d.h. unter den organisierten Massen, einen erheblichen Einfluss gewinnt.
Für eine erfolgreiche Durchführung dieser Aufgabe, und zum Zweck des revolutionären Endkampfes, der unter anderem die Zentralisation der proletarischen Kräfte voraussetzt, ist eine einheitliche Gewerkschaftsorganisation wünschenswert, d.h. eine Gewerkschaft, die alle in einer spezifischen ökonomischen Lage befindlichen Arbeiter umfasst.“
Und das ist schon seit 1848 klar, seit dem Kommunistischen Manifest.
Also, innerhalb und außerhalb der Regime-Gewerkschaften.
Aber „draußen“ – wo denn? Unter dem Druck der wirtschaftlich-sozialen Widersprüche, die der kapitalistischen Produktionsweise innewohnen, und der seit Mitte der 70er Jahre andauernden Krise sowie angesichts der Degeneration der Gewerkschaften zu Regime-Gewerkschaften sind in Italien wie auch anderswo Kampforganisationen entstanden, die die Unzufriedenheit und den Kampfwillen zum Ausdruck bringen und sich gegen diese kompromissbereite und anti-proletarische Praxis stellen. Auf die wechselhafte Geschichte und den derzeitigen Niedergang dieser Organisationen werden wir vorerst nicht eingehen. Wir können nur kurz auf die Bilanz eingehen, die wir in Italien aus dieser ersten proletarischen Reaktion ziehen können: Es besteht kein Zweifel, dass es sich um einen gesunden Ausdruck der Unzufriedenheit der am stärksten ausgebeuteten Teile der Arbeiterklasse gegenüber den Regime-Gewerkschaften handelte. Doch nachdem die Kämpfe abgeebbt waren (aufgrund der Beilegung von Arbeitskonflikten, der Erschöpfung kollektiver Energien, der Umstrukturierung und Neuorganisation der Sektoren, in denen diese Organisationen tätig waren, sowie der offenen und weit verbreiteten Unterdrückung durch die Unternehmensführung und Staat), sind diese Organisationen zurückgegangen, haben sich gewissermaßen zusammengezogen und in sich selbst zurückgezogen, manchmal sogar in korporatistischer Weise, und haben in bestimmten Fällen den anfänglichen Solidaritätsschub in individualistische Auswüchse zerfallen lassen. In diesem Rückgang hat dann die Politisierung der Führungsspitzen eine weiter negative Rolle gespielt, oft in der Annahme, eine „Gewerkschaftspartei“ ins Leben zu rufen.
Unabhängig von diesen wechselhaften Entwicklungen ist jedoch auch dies der „Außenbereich“, in dem die revolutionäre Partei ihr organisatorisches und führendes Handeln entwickeln muss und wird, wobei sie dies stets als eine Vorbereitung (die auch für die Partei selbst gilt, die sich im Kampf die Fähigkeit aneignen muss, die Klasse zu führen) auf eine höhere Ebene der Auseinandersetzung begreifen muss. Ebenfalls aus dem oben zitierten Text:
„Gemäß der marxistischen Tradition betrachtete folglich die Linke immer – und betrachtet die Partei heute – folgende Punkte als Bedingungen ihrer eigenen Existenz als wirkender Faktor der Vorbereitung des Proletariats auf den revolutionären Angriff und den Sieg:
a) das Ausbrechen von ökonomischen Kämpfen auf breiter Ebene und in nicht sporadischer Form – und die intensive Teilnahme der Partei an diesen Kämpfen zu den erwähnten Zwecken;
b) das Vorhandensein eines soliden und nicht sporadischen Netzes von ökonomischen Verteidigungsorganisationen, die zwischen Partei und Klasse liegen, und die Intervention der Partei in diese Organisationen zu dem Zweck, darin nicht immer zwangsläufig die Mehrheit und somit die Führung zu erobern, sondern mindestens einen solchen Einfluss, der es ihr gestattet, sie als TRANSMISSIONSRIEMEN ihres Programms unter den organisierten Arbeitermassen zu nutzen und die kämpferischeren Arbeiterschichten damit zu durchtränken.“
Diese Organisationen werden jedoch nicht von der Partei ins Leben gerufen und entstehen auch nicht am Runden Tisch: sie können nur das Ergebnis einer tatsächlichen Mobilisierung der Klasse sein, der Ausdruck eines laufenden Kampfes, das Ergebnis einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf sich die Unmöglichkeit zeigt, eine echte Verteidigung der Lebens- und Arbeitsbedingungen innerhalb der offiziellen Gewerkschaftsstruktur fortzusetzen, oder die tatsächliche Existenz eines beträchtlichen Teils der Arbeiter, die eindeutig durch das Eingreifen der Partei in die Kämpfe beeinflusst sind. Die „Klassengewerkschaft“ ist eine Errungenschaft, die es zu erreichen gilt: Sie wird niemals ein Ausgangspunkt sein, der abstrakt und voluntaristisch aus dem Nichts geschaffen und umgesetzt wird. Kurz gesagt, die Perspektive einer Wiedergeburt einer echten Klassengewerkschaft gründet sich:
a) auf das Wachsen einer Klassenenergie und -kampfkraft, die nicht auf einige Sektoren beschränkt, sondern weit verbreitet und beständig ist
b) auf die aktive Präsenz der revolutionären Partei in den Kämpfen der Klasse.
Doch welche Eigenschaften müssen diese Organisationen aufweisen? Welche Leitlinien geben wir vor, damit sie nicht zu blassen Nachahmungen der offiziellen Gewerkschaften oder zu Geistern verkommen, die dazu bestimmt sind, sich nach Abschluss eines bestimmten Kampfes in einem bestimmten Sektor aufzulösen?
Noch einmal unser Text:
„Der klassischen marxistischen Einstellung fremd und sogar offen idealistischer Herkunft sind folgende beide Positionen: erstens, als Bedingung für die Zugehörigkeit zu den Gewerkschaften und für die revolutionäre politische Arbeit der kommunistischen Partei in denselben vorauszusetzen, dass sie „frei“ von konterrevolutionären Einflüssen seien – was unmittelbare Organisationen nie erreichen können und wogegen nicht einmal die Partei völlig gefeit ist – , zweitens, den von anderen sogenannten Arbeiterparteien geführten Gewerkschaftsverbänden nur aus Kommunisten bestehende Gewerkschaften entgegenzustellen.“
„Der Gewerkschaft [...] treten Arbeiter bei, die, einzeln genommen, den verschiedenen Parteien oder gar keiner Partei angehören; von den Kommunisten geht WEDER DIE ANREGUNG NOCH DIE INITIATIVE aus, die Gewerkschaften zu spalten, nur weil ihre leitenden Organe von anderen Parteien erobert und besetzt sind. Im Gegenteil. die Kommunisten erklären ganz offen. dass DIE GEWERKSCHAFTLICHE FUNKTION SICH ERST VERVOLLSTÄNDIGT UND ERGÄNZT, WENN AN DER LEITUNG DER ÖKONOMISCHEN ORGANISATIONEN DIE KLASSENPARTEI DES PROLETARIATS STEHT. Das gilt nicht nur im Hinblick auf den revolutionären Endkampf [...] – das gilt auch hinsichtlich der Kämpfe zur Erlangung unmittelbarer ökonomischer Vorteile.“
In dieser Hinsicht – und damit kehren wir zu den beiden eingangs genannten Punkten zurück – sind wirtschaftliche Forderungen und Kämpfe kein Selbstzweck, sondern notwendige Mittel zur Vorbereitung, Schulung und Organisation des Proletariats im Hinblick auf seine Endziele (wären sie jedoch Selbstzweck, würden sie das Lohnverhältnis zementieren, anstatt darauf hinzuarbeiten, es zu zerstören!). Gleichzeitig sehen wir in den unmittelbaren Formen des Zusammenschlusses der Arbeiter nicht das Ziel des Befreiungskampfes vom Kapital, sondern ein Instrument, das die Partei zur Erreichung der höchsten Ziele des Kommunismus nutzen muss und kann, ohne es dabei zu einem heiligen und unantastbaren Fetisch zu erheben.
Es handelt sich also um Basisorganisationen, die noch nicht die „Klassengewerkschaft“ sind, deren Wiederaufleben wir uns dennoch wünschen – und zwar gerade durch die schrittweise Ausweitung und Vereinigung dieser Erfahrungen (und wir betonen Erfahrungen, nicht Worte oder Proklamationen) in einem komplexen und nicht linearen Prozess.
Um den umfassenden, nicht sektoralen und schon gar nicht korporativen oder aufs Unternehmen bezogenen Charakter dieser Organisationen besser hervorzuheben, haben wir den Ausdruck „territoriale Organisationen des proletarischen Kampfes“ verwendet und betonen das Adjektiv „territorial“, gerade wegen der umfassenden Bedeutung, die diese Organisationen annehmen müssen (vgl. die Erfahrung der Camere del Lavoro in Italien zwischen dem Ende des 19. und dem Beginn des 20. Jahrhunderts, auch wenn sie von Reformisten geleitet wurden). Wichtig ist, dass sie allen Arbeitern offenstehen, auch jenen, die Positionen vertreten, die zur vielfältigen Welt des maximalistischen Reformismus gehören. Um jedoch zu verhindern, dass sie sich in sterile und nutzlose Diskussionszentren unter den politisch Aktiven verwandeln oder zu Gruppen von eifrigen Aktivisten im Dienste der unterschiedlichsten Anliegen werden, haben wir Kommunisten die Pflicht, genaue Inhalte und Grenzen festzulegen, die ihre Vitalität, ihre Dauerhaftigkeit und die Verfolgung von Zielen fördern, die darauf abzielen, mit dem Verrat und der Trägheit aller nationalen Gewerkschaftsverbände zu brechen.
Es ist höchst unwahrscheinlich, dass diese Organisationen im Rahmen der geltenden Gesetze und angesichts der derzeitigen Machtverhältnisse zu einem Verhandlungspartner werden und die Befugnis erhalten, „einen Konflikt beizulegen“. Aber gerade deshalb können sie eine Kampfbereitschaft organisieren, die die Interessen aller Arbeitnehmer repräsentiert, über die Grenzen der Tarifverhandlungen hinaus: den Kampf (und dessen Verteidigung) voranzutreiben und zu organisieren, ihn zu koordinieren und mit Widerstandskassen zu unterstützen, wobei stets ein Kern aus zuverlässigen und kämpferischen Arbeitern gefunden werden muss, der die Berufsgewerkschafter kontrolliert und ihnen während des gesamten Konflikts auf den Fersen bleibt.
Mit den Regime-Gewerkschaften und seinen Vertretern ist der Kollisionskurs offensichtlich, und deshalb muss stets der Unterschied zwischen den „territorialen Organisationen des proletarischen Kampfes“, deren Bildung wir anstreben, und den betrieblichen Gewerkschaftssektionen klar sein: Das bedeutet, dass es zwar aus praktischen Gründen toleriert werden kann, dass Arbeiter, die dem „territorialen Organ“ angehören, ein Gewerkschaftsmitglied sind, dass es aber notwendig ist, dass dieses Organ alle möglichen Formen des klassenbewussten Gewerkschaftswesens propagiert und praktiziert.
Unbeschadet der Tatsache, dass die konkrete Ausgestaltung dieser „Organisationen“ stark von der Dynamik der Kämpfe abhängen wird, haben wir die wesentlichen Punkte aufgezeigt, um die herum sie sich entwickeln müssen. Aus unserem Text „Territoriale Organisationen des proletarischen Kampfes. Was sie sind und was sie werden müssen“:
• Eine territoriale Organisation, die sich für die Verteidigung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter einsetzt, muss allen Arbeitern offenstehen, darf aber den Interessen der Bourgeoisie und damit den Vertretern der regierungstreuen Gewerkschaften verschlossen bleiben.
• Sie muss ein Ort der Entscheidungsfindung für alle Arbeiter (Beschäftigte aller Branchen, aber auch Arbeitslose, Rentner, prekär Beschäftigte in den unterschiedlichsten Formen und in jedem Fall jeden Geschlechts, jeden Alters, jeder Herkunft usw.), die durch ihre aktive Beteiligung die einzige mögliche und notwendige proletarische Einheit begründen, jene, die von der Identifizierung der wesentlichen Interessen unserer Klasse ausgeht.
• Sie muss ein Instrument sein, das durch die Bündelung der Kräfte, die am Arbeitsplatz entstehen (und durch deren Übertragung außerhalb der Grenzen des Arbeitsplatzes), darauf abzielt, die Engstirnigkeit von Gruppeninteressen mit Hilfe der Kraft aller anderen Arbeiter zu überwinden.
• Sie muss ein Mittel der Mobilisierung sein, d. h. ein aktives Instrument zur Unterstützung und Vernetzung der Kämpfe, die sich im Territorium bzw. in der Region entfalten, insbesondere wenn diese Kämpfe dazu neigen, die von den Gewerkschaftsapparaten des Regimes auferlegten und vertretenen Kompromisse zu umgehen.
• Sie muss die Praxis der Arbeiterkämpfe zum Ausdruck bringen und stärken und daher all jene Methoden vorschlagen und anwenden, die – obwohl sie von den Regime-Organisationen verzerrt und monopolisiert wurden – deren Kraft zum Ausdruck bringen, damit sie wieder zu echten und eigenständigen Aktionslinien der Arbeiterklasse werden.
• Sie muss eine funktionale Organisation darstellen, deren Struktur darauf ausgerichtet ist, Stabilität und Kontinuität zu gewährleisten.
• Ihr Entscheidungsmechanismus darf nicht der einer abstrakten proletarischen Demokratie oder, schlimmer noch, eines ebenso idealistischen Konsensprinzips in Versammlungen sein, sondern muss Ausdruck der operativen Stärke einer kämpferischen Mehrheit sein.
• Eine solche Organisation darf die Erfahrungen sozialer Kämpfe nicht verschließen, die sich auf territorialer Ebene entfalten, an denen auch andere Bevölkerungsgruppen (Wohnungswesen, Dienstleistungen, Umwelt usw.) beteiligt sind, sondern muss dort kompromisslos nicht nur den Standpunkt, sondern vor allem auch die Interessen der Proletarier einbringen.
• Eine solche Organisation ist gerade deshalb, weil sie nicht politischer, sondern wirtschaftlicher und sozialer Natur ist, nicht verschlossen gegenüber dem Austausch zwischen den verschiedenen politischen Positionen der Arbeiter, die die Organisation beleben: Im Gegenteil, sie fördert deren Reifung hin zu revolutionären, internationalistischen und radikal antikapitalistischen Positionen; sie lehnt es jedoch ab, das Terrain einer „Debatte zwischen politischen Gruppen“ zu sein, die von Natur aus unfruchtbar und schädlich ist.
Auf diesem Terrain und mit diesen Taktiken, Methoden und Zielen kämpfen wir an der Seite unserer Klasse.
Quellenangaben
• Klassenpartei und Gewerkschaftsfrage
• Für die unnachgiebige Verteidigung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Proletarier. Organisationsformen, Kampfmethoden und -Ziele
• „‘Territoriale Organisationen des proletarischen Kampfes’ . Was sie sind und was sie werden sollen“, Il programma comunista, Nr. 3/2013
Übersetzt aus: il programma comunista, Januar/Februar 2026