Was soll man über einen 8. März sagen, der verkürzt ist auf Mimosen und süsse Frauen – „mit den Freundinnen beim Essen“, Fernsehspots über „Respekt“, Debatten über die „rosa Komponente“ der bürgerlichen Führung, ein rein symbolischer „Tag der Frau“, bestimmt von den funktionalen Ideen des Kapitals und seinen gesellschaftlichen Marktverhältnissen?
Was soll man über einen 1. Mai sagen, der verkürzt ist auf wehmütige Trauerzüge, ertränkt in einer volks-nationalen Rhetorik, ritualisiertes Feiern, gewerkschaftlich-festmäßig, beraubt von jeglicher revolutionärer Bedeutung, mit lästigen Verkäufern von politischen Symbolen ohne irgendeiner politischen Diskussion und einer Schar von Pensionierten und kleinen Familien, die wie eine Kamelherde mit Reisebussen für die Show von einem Tag anreisen?